Hier einige Anhaltspunkte zur Diskussion (von der Philoweb-Site):
- spezielle Aufgabenstellung (für die es kaum Veröffentlichungen gibt)
- Schüler über Möglichkeiten der Plagiataufdeckung informieren
- Schüler über die Folgen von Plagiarismus informieren
- Einfordern einer schriftlichen Reflexion des Denk- und Arbeitsprozesses
- Einfordern einer digitalen Kopie
- Einfordern eines Arbeitsprotokolls
- netter Hinweis und Merkblatt für richtiges Zitieren
- Bewertung eines Plagiats als „ungenügend“
- Bewertung mit Punktabzug
- Überarbeitung des Plagiattextes und Punktabzug
- Überarbeitung des Plagiattextes ohne Punktabzug
- Überarbeitung und zusätzlicher Arbeitsauftrag
Ich wäre für eine Pro Contra Liste die wir hier anschließen, bzw. die wir erst hier in den Kommentaren durchdiskutieren und später aktualisieren.
„spezielle Aufgabenstellung (für die es kaum Veröffentlichungen gibt)“
– löst keine Probleme sondern ist eine Möglichkeit für den Lehrenden weniger Arbeitsaufwand bei Kontrollieren zu haben, dafür um so mehr beim Aufgaben raussuchen – 0 Summen Spiel
„Schüler über Möglichkeiten der Plagiataufdeckung informieren“
– den Sinn sehe ich gerade gar nicht außer man studiert Didaktik und wissenschaftliches Vorgehen
„Schüler über die Folgen von Plagiarismus informieren“
– auf jeden Fall, eine Studienkollegen standen schon kurz vor der Exmatrikulation wegen unbewussen Plagiaten
„Einfordern einer schriftlichen Reflexion des Denk- und Arbeitsprozesses“
– kann nie schaden
„Einfordern einer digitalen Kopie“
– mh, das sollte man nicht zu oft machen, scheint mir ein hoher Aufwand der zum Plagiat eher anreizend wirkt
„Einfordern eines Arbeitsprotokolls“
– Das hilft nur wenn eine Lehrkraft mithilft die einzelnen Prozesse zu reflektieren.
„netter Hinweis und Merkblatt für richtiges Zitieren“
- ich würde aus dem nettem Hinweis einen Hinweis machen, der erklärt was passiert wenn nicht korrekt Zitiert wird.
„Bewertung eines Plagiats als „ungenügend““
– Vorher solltes es eine Verwarnung geben, aber sonst seh ich da nichts falsches
„Bewertung mit Punktabzug“
– ich bevorzuge die harte Methode um späteres Folgen vorzubeugen
„Überarbeitung des Plagiattextes und Punktabzug“
– eine Überarbeitung muss auf jeden Fall passieren, ein Punktabzug halte ich für nicht richtig
„Überarbeitung des Plagiattextes ohne Punktabzug“
– bei einer Verwarnung
„Überarbeitung und zusätzlicher Arbeitsauftrag“
– mhhh
caligula:
ich kann dir eigentlich nur zustimmen. vieles ist etwas zu drastisch. gerade eben das mit den speziellen Aufgabenstellungen. Da hängt so viel mehr dran: neues Erwartungsbild, etc. das kann man mal mit machen, aber nicht ständig und überall. dieser aufwand wäre enorm.
das mit den Infos zur Plagiataufdeckung find ich auch nicht sonderlich sinnvoll, sowas kann man vielleicht mal in einer Randstunde machen, die man noch nicht gefüllt hat (aber wann kommt sowas schon mal vor??!)
das mit den Hinweisen zum Zitieren ist unabdingbar und sollte möglichst ständig mal irgendwie geübt werden bzw. wieder ins Gedächtnis zurückgerufen werden. Das brauch man manchmal auch für Belegarbeiten und für Aufsätze in Deutsch oder Comments in Englisch… also immer…
auch die Sache mit den Reflexionen finde ich nicht schlecht, wobei es wahrscheinlich aus Gründen des Aufwands auf Lehrer- und Schülerseiten nicht immer anbietet.
so, der Umgang im Falle eines Plagiats, ist wahrscheinlich die entscheidende Stelle: imUmgang mit Noten bin ich mir allgemein noch nicht richtig sicher (werd demnächst Seminar in EW dazu mal besuchen) Nicht fair fände ich die sofortige Ahndung mit 5 bzw. 6. Definitiv müsste man Vorwarnen, gegebenenfalls Verwarnungen aussprechen und einen gewissen Zeitraum setze, indem die Arbeit bearbeit werden soll. eine zusätzliche Strafarbeit halte ich für weniger sinnvoll, da man den Schüler/ die Schülerin sonst zusätzlich unter (Zeit-)Druck setzen würde… ich glaub, der Hinweis, dass man in Zukunft die Arbeiten dieses Schülers genauer betrachten wird, wirkt Wunder!
so… das wars erstmal
So, jetzt äußere ich mich auch mal dazu.
Ich stimme in den meisten Punkten mit xisoiax überein.
Bezüglich der Information über Möglichkeiten der Plagiataufdeckung bin ich mir allerdings etwas unsicher. Auf der einen Seite könnte man den Schülern direkt klar machen, dass die Anfertigung eines Plagiats höchstwahrscheinlich aufgedeckt wird und ihnen so vermitteln, dass sie sich den copy-and-paste-Vorgang gleich sparen können. Auf der anderen Seite könnten besonders pfiffige Schüler dieses Wissen aber auch gegen mich verwenden, d.h. sie geben sich beim Erstellen ihres Plagiats Mühe, die genannten Ansatzpunkte zur Erkennnung von Plagiaten zu umgehen (Sätze aus ganz verschiedenen Quellen zusammenpuzzeln usw.). Ich könnte dann zwar noch feststellen, DASS der Schüler den Text höchstwahrscheinlich nicht eigenständig erstellt hat, aber u.U. kann ich es dann nicht beweisen, weil einfach zu viele Quellen benutzt wurden.
Die Hinweise zum richtigen Zitieren halte ich für unheimlich wichtig. Dafür sollte man sich als Lehrer wirklich Zeit nehmen.
Auch würde ich die Schüler grundsätzlich über die Folgen von Plagiarismus aufklären und betonen, dass das zu einer „ungenügenden“ Leistung führen kann.
In der Praxis würde ich den Schüler auf die Quellen seines Textes hinweisen und ihm eine bestimmte Zeit zur Bearbeitung des Textes geben. Außerdem gäbe es in jedem Fall einen Punktabzug (immerhin wurden die Schüler vorher über die Folgen aufgeklärt). Wenn man keinen Punktabzug gibt, sehe ich die Gefahr, dass andere Schüler sich benachteiligt fühlen, weil sie die Arbeit früher abgeben mussten (theoretisch könnte man sonst bei Zeitdruck erstmal ein Plagiat einreichen und schon von Anfang an an einem eigenen Text arbeiten, den man dann pünktlich zum Abgabetermin der überarbeiteten Version einreicht und man könnte noch eine 1 kriegen).
Im Wiederholungsfall oder wenn die überarbeitete Version immer noch ein Plagiat ist (von kleinen Zitierfehlern sehe ich da mal ab), würde ich mich aber auch zu einem „ungenügend“ hinreißen lassen, weil es sich im Prinzip um eine nicht erfüllte (Eigen-)Leistung handelt.